Mixed girl between Black and White Beauty Standards

Da ich diesen Blog begonnen habe um meine Erfahrungen als brown skin girl raised in Germany zu teilen wollte ich heute über das Thema Schönheitsideale schreiben und wie es war zwischen zwei Welten meine eigene Definition von Schönheit zu finden.

Aufgewachsen als braunes Mädchen, mit einer weißen Mutter und schwarzen Freundinnen waren die einzigen mit denen ich mich, in meiner Jugend, optisch identifizieren konnte die brauen Mädels in den R’n’B und Hip Hop Video Clips aus den USA.

Als ich aufwuchs kannte ich das Wort noch nicht aber auch wenn es zwischen mir und meinen Freundinnen nie Thematisiert wurde, gab es das was ich heute unter dem Namen “Colorism” kenne auch damals schon. Die These besagt, das light skin,also hellere Schwarze, vor allem Frauen besser ins europäisch geprägte Schönheitsideal passen und deshalb einen Vorteil im Leben haben. Sei es das Männer, ja auch innerhalb der Black Community hellere Frauen bevorzugen, man größere Karriere Chancen hat oder auch sonst besser von der weißen Mehrheitsgesellschaft akzeptiert wird. (Als ob das das wichtigste auf der Welt ist von weißen Menschen akzeptiert zu werden, aber wir wissen ja es dreht sich alles um Money, Power, Respect)

Dazu konnte ich im Alter zwischen 13-17 noch nicht viel sagen, denn in Essen und dem Ruhrgebiet wo ich aufwuchs gab jetzt nicht DIE Black Community in denen solche Strukturen für mich erkennbar gewesen wären. In der Jungendzeit in der es darum ging meine Identität zu finden und bilden, waren diese Theorien für mich noch zu erforschen.

Mir wurde öfter von weißen Mädchen gesagt: Ich liebe deine Hautfarbe, die ist schön aber das ganz schwarze mag ich nicht so gerne. Dabei habe ich mir immer gedacht; WTF? Damit beleidigst du meinen Vater, einen der beiden Teile die mich zu dem gemacht haben was ich bin, denkst du das ist ein Kompliment? Durch solche Aussagen habe ich mich immer weiter mit meiner schwarzen Seite solidarisiert.

Zu dem kam das meine engsten Freundinnen dunkle schwarze und zudem wunderschöne Mädchen waren, und mein eigenes Schönheitsideal schwarz geprägt. Somit empfand ich oft das meine Freundinnen schönere Körper hatten als ich oder viele weiße Bekannte, da mein Po nicht so heraus stand und mein Bindegewebe eher schlaff verglichen mit dem meiner Freundinnen. Real talk, in diesem Alter vergleicht man sich doch untereinander um einzuschätzen wo man steht.

Das gleichzeitig dunkle Mädels im Freundes- und Bekanntenkreis sich die Haut mit Bleichcreme aufgehellt haben war nichts ungewöhnliches und hat mir natürlich bestätigt, das diese “light is right” Propaganda REAL ist und viele bewusst oder unbewusst auf unnatürliche Art versuchen meiner Hautfarbe näher zu kommen. Was mich immer sehr traurig machte da ich viele der Mädels wunderschön in ihrer Natürlichkeit empfand und mir der Brainwash auf dieser Ebene schon damals bewusst war. Doch nahm ich mir nicht das Recht raus groß dagegen zu argumentieren, denn ich hatte ja das helle Braun als Hautfarbe.

Natürlich darf auch das Thema Haare im Leben einer Frau und vor allem einer schwarzer Frauen nicht fehlen. (Wie ihr erkennen könnt ist mein Schönheitsideal Black geprägt) Abgesehen vom Haare glätten mit Chemiecrems, da meine Haare die Struktur haben die man in der Black Community als ‘good hair’ bezeichnet, bin ich komplett in dieses Thema eingetaucht; von Rastazöpfen über Cornrowns, Twists bis hin zu Weave- On und Perücken habe ich das gesamte Spektrum der Frisuren Vielfalt für mich ausprobiert. Diese spielerische Herangehensweise an Veränderung des eigenen Looks ‘on an everyday basis’ LIEBE ich und denke das sich alle Frauen davon etwas abschauen können um ein wenig Pfiff in ihren Alltag zu bringen. Ich habe mir sogar selbst beigebracht wie man Haare flechtet, mir selbst und anderen was mein Selbstbewusstsein gesteigert und mir einen Sinn des in der schwarzen Kultur verankert zu sein gegeben hat.

Um das Thema rund zu machen möchte ich sagen das ich mir mittlerweile im Bereich Schönheitsideal das zu eigen mache was meiner Natur und meinem Wesen entspricht und ich heute all das vereine was ich schön finde, unabhängig aus welchem Kulturkreis es stammt, das empfinde ich ich großen Reichtum als brown skin girl. Betrachten wir uns mal die Weltbevölkerung mal als ganzes, sind die meisten Menschen braun und das lässt mich je nach Stimmung in viele verschiedene Rollen schlüpfen. Und auch um meine Perspektive auf diesen Bereich zu geben, habe ich bis heute in meiner Lebensrealität nicht erlebt das ich Vorteile gegenüber meinen black girls habe, weder in der Männerauswahl noch auf meinem Karriereweg in der weißen Mehrheitsgesellschaft.

That´s my short take on Beauty Standards. I hope you liked it. Peace, Love & Light.

Through the fire

DANKBAR